Reiseschecks (Travelers Cheques)

Reiseschecks haben gegenüber früher an Bedeutung verloren. Das liegt daran, dass sie in der Handhabung relativ umständlich sind. Der Bargeldbezug mit Kreditkarten ist inzwischen wesentlich gebräuchlicher und fast genauso sicher. Eine Existenzberechtigung haben sie aber nach wie vor als Sicherheitspolster für Notfälle.

Reiseschecks werden von verschiedenen Emittenten herausgegeben. Die gebräuchlichsten sind von American Express und Thomas Cook, aber auch VISA, Citibank und Diners Club haben eigene Schecks. Sie können sie bei Ihrer Hausbank kaufen, allerdings arbeiten die meisten Banken nur mit einem Emittenten zusammen. Falls Sie Schecks eines anderen Unternehmens bevorzugen, können Sie diese auch bei Fremdbanken gegen Bargeld kaufen, allerdings in der Regel zu höheren Gebühren.

Reiseschecks müssen Sie unmittelbar bei Erhalt unterschreiben. Bei der Einlösung ist in Gegenwart des Einlösenden eine zweite Unterschrift zu leisten, die mit der ersten übereinstimmen muss. Zusätzlich müssen Sie oft einen Ausweis und/oder die Original-Kaufquittung vorlegen. So ist gewährleistet, dass nur der Käufer die Schecks einlösen kann. Es gibt übrigens auch Reiseschecks für zwei Personen, die von beiden Berechtigten einzeln eingelöst werden können.

Vorteile

  • Sie sind vollständig gegen Verlust geschützt. Abhanden gekommene Reiseschecks werden innerhalb kurzer Zeit (meistens weniger als 24 Stunden) ersetzt, sofern Sie die Original-Kaufquittung vorlegen können.
  • Es gibt relativ viele Akzeptanzstellen. Außer von Banken werden Reiseschecks auch von den meisten Wechselstuben sowie vielen Reisebüros, Hotels oder Geschäften als Zahlungsmittel akzeptiert.

Nachteile + Risiken

  • Sowohl beim Kauf als auch beim Umtausch in Landeswährung fallen Gebühren an. Beim Einlösen werden in vielen Fällen Gebühren pro Scheck erhoben, so dass kleine Stückelungen unverhältnismäßig teuer werden. Gleichzeitig sind große Stückelungen außerhalb von Banken und Wechselstuben oft schwierig einzulösen.
  • Die nicht eingelösten Schecks sind nach der Reise totes Kapital. Sie können sie nur dort gebührenfrei zurücktauschen, wo Sie sie gekauft haben.
  • Bei der Einlösung müssen Sie sich –zusätzlich zu der zu leistenden Unterschrift– meistens ausweisen und oft auch die Original-Kaufquittung vorlegen. Das steht im Widerspruch zu der Aufforderung, die Kaufquittung getrennt von den Schecks aufzubewahren. Und auch Ihren Ausweis würden Sie vielleicht lieber geschützt im Hotelsafe lassen.
  • Die Nachverfolgung, welche Schecks Sie bereits ausgegeben haben, ist aufwändig und fehlerträchtig. Sie ist aber unabdingbar, weil Sie im Verlustfall genau angeben müssen, welche Schecks (mit welchen Nummern) abhanden gekommen sind.
  • Wechselkursrisiko: bei Schwankungen des Wechselkurses können Schecks in Fremdwährungen (z.B. US-Dollar) plötzlich weniger (oder mehr!) wert sein. Das gilt besonders dann, wenn Sie nicht verbrauchte Schecks zwischen Ihren Reisen längere Zeit aufbewahren.

Die wichtigsten Zahlungsmittel-Tipps:

Sparen Sie sich die Gebühren!

Normalerweise gehen etwa 3 bis 5% Ihrer Urlaubskasse für Gebühren beim Geldwechsel bzw. bei Bargeldabhebungen drauf, bei Kleinbeträgen sogar oft deutlich mehr.

Damit müssen Sie sich nicht abfinden: Schon seit einiger Zeit bieten viele Direktbanken kostenlose Konto-Pakete mit Kreditkarten an, mit denen Sie weltweit gebührenfrei Geld am Automaten in Landeswährung abheben können und auch noch Zinsen für Ihr Guthaben kassieren – ideal als Urlaubskonto für Ihre Reisen und zum Sparen zwischendurch.

Wir haben auf dieser Seite die interessantesten Angebote für Sie zusammengestellt. Und wie es sich für Direktbanken gehört, kann bei allen das Konto auch gleich online eröffnet werden.

Der Mix macht's

Verlassen Sie sich nicht aussschließlich auf ein einziges Zahlungsmittel! Sonst könnten Sie im Fall von Diebstahl, Kartenverlust oder technischen Problemen schnell ohne Geld im Ausland stehen.

Wählen Sie für den Normalfall Zahlungsmittel, die günstig und bequem sind, zum Beispiel die Kombination von Bargeld in Landeswährung und VISA- oder MasterCard. Nehmen Sie aber für Ausnahmesituationen zusätzlich eine eiserne Reserve in Form von Reiseschecks und/oder Bargeld in einer harten Währung mit.

Landeswährung erst vor Ort kaufen

Währungen, die normalerweise höheren Schwankungen unterliegen, sollten Sie erst im Reiseland kaufen. Der Kurs ist dort fast immer besser.

Für Ihre Hausbank ist es ein Risiko, schwankungsanfällige Währungen vorrätig zu halten, und dieses Risiko gibt Sie in Form von ungünstigeren Wechselkursen an Sie weiter. Je "weicher" eine Währung, desto größer ist in der Regel die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs.

Wenn Sie die Fremdwährung schon deutlich vor der Reise kaufen, tragen Sie das Risiko in dieser Zeit selbst. Und bei einer hohen Inflationsrate im Reiseland kann Ihre Urlaubskasse innerhalb von wenigen Wochen merklich schrumpfen.